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Newsletter Medizinisches Cannabis 1. Ausgabe 2019

Herzlich willkommen!

Seit März 2017 stehen schwerkranken Menschen neue Möglichkeiten offen, Cannabisarzneimittel als Kassenleistung verschrieben zu bekommen. Doch auch zwei Jahre nach der Gesetzesänderung herrscht weiterhin Unsicherheit bei Ärzt*innen und Patient*innen. Der Zugang zu medizinischem Cannabis bleibt häufig erschwert.

Unser Newsletter zur Cannabismedikation informiert Interessierte in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen in Deutschland und weltweit. In unserer 5. Ausgabe geht es unter anderem um Fahreignung unter Cannabismedikation, neue Erkenntnisse aus der Forschung und die aktuelle Praxis der Krankenkassen bei der Kostenübernahme von Cannabismedikamenten.

Wenn Sie Fragen haben, Kritik oder Anregungen, freuen wir uns auf einen Austausch mit Ihnen!
Herzlich

Ihr Projektteam Cannabismedikation
Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main

Inhalt

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland

Aktuelles aus Frankfurt am Main

Cannabis-Trends weltweit

Fahreignung unter Cannabismedikation

Neues aus der Forschung

Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen

Fortbildungen für Ärzte und Ärztinnen

Newsletter abonnieren

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland

Staatlicher Cannabis-Anbau in Deutschland

Das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Zuschläge für den Cannabis-Anbau in Deutschland zu medizinischen Zwecken vergeben. Die kanadischen Unternehmen Aphria und Aurora erhielten jeweils fünf Lose, das Berliner Startup Demecan erhielt drei Lose. Die erste Ernte wird für das 4. Quartal 2020 erwartet.

Gesetzesänderungen zu medizinischem Cannabis

Am 6. Juni wurde das neue „Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung“ (GSAV) verabschiedet. Laut Gesundheitsminister Spahn soll es Erleichterungen für die Versorgung mit medizinischem Cannabis bringen, die Opposition kritisiert die Gesetzesänderungen als nicht ausreichende  „Miniregelungen“. Der sogenannte Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen bleibt bestehen.

THC- und CBD-Gehalt von Cannabissorten

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin hat einen Überblick über den THC- und CBD-Gehalt von Medizinalcannabisblüten erstellt, die in Deutschland zugelassen sind.

Wichtige Information für Patient*innen

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin startet ein kostenloses Patient*innen-Telefon, immer freitags von 11-13 Uhr und 14-16 Uhr. Themen sind beispielsweise Fragen zu den Möglichkeiten einer Therapie mit Cannabis, die Arztsuche und Kostenübernahme oder die Fahrerlaubnis unter Cannabismedikation.

Verband Cannabis versorgender Apotheken gegründet

Es hat sich der VCA - Verband der Cannabis versorgenden Apotheken e.V. gegründet, mit dem selbsterklärten Ziel, eine effiziente und patientenfreundliche Versorgung mit medizinischem Cannabis in Deutschland sicherzustellen.

Lieferengpässe bei Cannabisblüten in deutschen Apotheken

Apotheken können ihre Patient*innen nicht mehr angemessen versorgen, da keine Lieferungen aus Kanada mehr erfolgen. Auslöser ist vermutlich die Legalisierung in Kanada und der dadurch gestiegene Bedarf im eigenen Land.

Cannabis-Sparte erzielt Rekordpreis

Der deutsche Hersteller Bionorica verkauft seine Cannabis-Sparte für 226 Millionen an das kanadische, börsennotierte Unternehmen Canopy Growth.

Razzien in Münchner CBD-Shops

Bei einem Polizeieinsatz in Oberbayern und München wurden mehrere CBD-Shops durchsucht. Den Betreibern werden Rauschgiftdelikte und Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen. Mehr dazu hier.

CBD-Öle wieder im dm-Sortiment

Vor einigen Wochen hatte die Drogeriekette dm die CBD-Öle wegen rechtlicher Bedenken aus dem Sortiment genommen. Nun ist das CBD-Produkt zurück im Sortiment.

Hanfcafé in Würzburg eröffnet

In Würzburg können Patient*innen nach Vorlage eines Rezeptes im neu eröffneten Hanfcafé „Cannamelon“ ihre Medikamente einnehmen. Der Bayerische Rundfunk berichtet.

Kein Regress-Risiko für Ärzt*innen in Baden-Württemberg

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hat mit den Krankenkassen vereinbart, dass Cannabis-Verordnungen nicht in das Arzneimittelbudget einfließen. Dadurch gehen die Ärztinnen und Ärzte kein finanzielles Risiko ein.

Aktuelles aus Frankfurt am Main

Frankfurter Drogenpolitik

Jusos, Grüne und Linke Jugend fordern gemeinsam eine legale Cannabis-Ausgabestelle für Erwachsene in Frankfurt und warnen vor den Folgen der Kriminalisierung von Cannabis. Stefan Majer, Dezernent für Personal und Gesundheit, hält dies prinzipiell für sinnvoll, sieht im Römer zurzeit aber keine Mehrheit dafür.

Deutsche Gründer investieren in den Cannabis-Markt

Das Frankfurter Startup-Unternehmen Farmako will Medizinalhanf aus Mazedonien einführen und damit den Anbau in Europa fördern. Das Unternehmen plant 50 Tonnen Cannabis in den nächsten vier Jahren auf den Markt zu bringen.

Wegen des Potenzials will Kouparanis mit Farmako rund 50 Tonnen Cannabis in den kommenden vier Jahren auf den Markt bringen.
Wegen des Potenzials will Kouparanis mit Farmako rund 50 Tonnen Cannabis in den kommenden vier Jahren auf den Markt bringen.

Erstmals Importerlaubnis für Cannabis aus Lateinamerika

Die in Frankfurt ansässige Firma Cansativa hat die Erlaubnis erhalten, Medizinalhanf aus Uruguay und Kolumbien einzuführen. Das BfArM erteilt erstmals eine Importerlaubnis aus Lateinamerika, beschränkt für Analysezwecke. Die importierten Cannabisprodukte sollen in hiesigen Laboren hinsichtlich ihrer pharmazeutischen Qualität analysiert werden. Langfristig ist geplant, die Versorgung in Deutschland durch die Importe zu sichern.

Cannabis-Trends weltweit

Weltgesundheitsorganisation befürwortet Neubewertung von Cannabis

Die WHO empfiehlt den Mitgliedstaaten eine Neuklassifizierung von Cannabis, die insbesondere die medizinische Nutzung von Cannabis erleichtern würde. Nach den Empfehlungen der WHO sollen Cannabisblüten und Cannabisharz aus der Liste der gefährlichsten Drogen gestrichen werden und nur noch in der Liste der weniger gefährlichen Drogen verbleiben. CBD-Präparate sollen, solange der THC-Gehalt 0,2 Prozent nicht übersteigt, aus Liste gestrichen werden.

Luxemburg bereitet Cannabis-Legalisierung vor

Als erster EU-Staat will Luxemburg Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisieren. Zukünftig soll jeder Erwachsene für den Eigenbedarf Cannabis anbauen, kaufen, besitzen und konsumieren dürfen. Man wolle sich Zeit lassen, das richtige Modell zu finden. Seit diesem Jahr ist bereits die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln möglich. Der Verkauf an Patient*innen soll in Krankenhausapotheken stattfinden.

Schweiz bereitet wissenschaftliches Pilotprojekt vor

Die Gesundheitskommission des Nationalrats der Schweiz (SGK) hat dem sogenannten „Cannabis-Experimentierartikel“ zugestimmt. Damit nimmt das Pilotprojekt über eine wissenschaftlich begleitete kontrollierte Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken Form an.

 

Eidgenössische Kommission für Suchtfragen der Schweiz fordert Cannabis-Legalisierung

Die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen, die den Schweizer Bundesrat in Fragen der Suchtpolitik berät, fordert eine Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum. Die Kommission betont jedoch, dass die Gesundheit der Bevölkerung und insbesondere der Jugendlichen gut geschützt werden solle.

Israel erlaubt Cannabisexport

Bereits seit 10 Jahren ist die medizinische Anwendung von Cannabis in Israel legal. Nun erlaubt Israel auch den Export von medizinischem Cannabis und erhofft sich dadurch Steuereinnahmen von umgerechnet 239 Millionen Euro.

Thailand erlaubt medizinisches Cannabis

Als erster Staat in Asien erlaubt Thailand die medizinische Nutzung von Cannabis. Ein Abgeordneter des Parlaments kommentiert, es sei ein "Neujahrsgeschenk an die Bevölkerung".

Türkei will Cannabisanbau fördern

Die türkische Regierung will den Anbau von Cannabispflanzen in großem Stil fördern. Zunächst sollen Hanffasern als Rohstoff für die Papier- und Textilindustrie genutzt werden. Langfristig ist auch eine medizinische Nutzung geplant.

Arte Reportage: Cannabis - Der große Hype um Hanf

Die Reportage gibt einen Überblick über die aktuellen Regulierungsmodelle weltweit:

"Mehr und mehr Regierungen brechen mit 50 Jahren repressiver, teurer und ineffizienter Drogenpolitik. Dem Schwarzmarkt, der fest in den Händen des immer mächtigeren organisierten Verbrechens liegt, versuchen sie, ein legales, sicheres und für die Gemeinschaft gewinnbringenderes Substitut gegenüberzustellen. [...] Gefilmt wurde in den Vereinigten Staaten, in Kanada, Uruguay, Mexiko und einigen europäischen Ländern."

Verfügbar in der Mediathek bis 29.06.2019.

Fahreignung unter Cannabis-Medikation

Aktuelle Gesetzeslage zur Fahrerlaubnis unter Cannabismedikation

Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin hat eine Zusammenfassung der aktuellen Gesetzeslage zur Teilnahme am Straßenverkehr bereitgestellt. 

Auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum Thema „Cannabismedizin und Straßenverkehr“ hat die Bundesregierung folgende Antwort veröffentlicht.

Handlungsempfehlung zur MPU unter Cannabismedikation

Die Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie (DGVP) hat folgende Handlungsempfehlung für eine Fahreignungsbegutachtung (Ärztliche Gutachten und MPU) bei Cannabismedikation veröffentlicht.

Verstoß gegen Fahrverbot unter THC führt nicht mehr zwangsläufig zum Führerscheinverlust

Auch für Cannabispatient*innen relevant: Das Bundeverwaltungsgericht entschied in gleich sechs Fällen, dass ein erstmaliger Verstoß gegen das Fahrverbot unter THC-Einfluss nicht mehr prinzipiell zu einem Verlust des Führerscheins führt. In Modifikation seiner bisherigen Rechtsprechung, müssen die Behörden zunächst ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) einholen.

Arbeitsunfälle unter THC-Einfluss

Das Sozialgericht Osnabrück hat in einem Urteil entschieden, dass die berufsgenossenschaftliche Leistungspflicht auch bei Arbeitsunfällen unter THC-Einfluss greift. Zur Begründung wurde angegeben, dass es keinen gesicherten Wert gebe, ab wie viel THC im Blut ein Autofahrer als absolut fahruntüchtig einzustufen gilt.

US-Studie: Forscher warnen vor Cannabis im Straßenverkehr

In einer US-Studie wurden 790 Cannabispatient*innen aus dem US-Bundesstaat Michigan nach ihren Fahrgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse seien beunruhigend und die Forscher warnen vor den Gefahren von Cannabis im Straßenverkehr. Daten aus Deutschland liegen bisher nicht vor.

Neues aus der Forschung

Cannabis in der Krebstherapie

Englische Wissenschaftler haben den Effekt von Cannabidiol (CBD) auf das Tumorwachstum von Krebspatient*innen erforscht. Bei manchen Patient*innen wurde ein Rückgang der Metastasen beobachtet, bei anderen wurde die Ausbreitung der Krebszellen verlangsamt, bei einigen gab es keinen Effekt. Vor allem bei Brustkrebs und Glioblastomen waren die Ergebnisse vielversprechend.

 

In einer US-Studie wurden die Daten von 1120 Krebspatient*innen, die am medizinischen Minnesota-Cannabis-Programm teilgenommen hatten, analysiert. Vier Monate nach Beginn der Cannabismedikation berichteten die Patient*innen über eine signifikante Besserung ihrer Begleitsymptome, wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schlafstörungen.

Forschungsverbund zu Cannabis mit niedrigem THC-Gehalt

Die Universität Hohenheim hat ein deutsch-kanadisches Forschernetzwerk gegründet, um THC-armes Cannabis für den Einsatz in Medizin und Lebensmittelindustrie zu erforschen.

US-Studie schätzt weltweiten Cannabis-Markt auf 344 Milliarden Dollar

Im aktuellen "Global Cannabis Report" wird der weltweit erreichbare Cannabis-Markt  (reguliert und illegal) auf 344 Milliarden US-Dollar (305,78 Milliarden Euro) und die Anzahl der Cannabis-Konsumierende auf weltweit mehr als 263 Millionen geschätzt. Mehr dazu hier.

Opioidsparender Effekt von medizinischem Cannabis

Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt, dass Medizinalhanf einen opioidsparenden Effekt haben kann. Bei Patient*innen mit therapieresistenten Schmerzen konnten die Morphin-Äquivalente in der Schmerzbehandlung unter Cannabismedikation reduziert werden.

Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen

Techniker Krankenkasse: Cannabis als Medizin

Die Techniker Krankenkasse hat die wichtigsten Informationen über eine Cannabistherapie zusammengestellt.

Immer mehr Patient*innen erhalten Kostenerstattung durch gesetzliche Krankenkassen

Laut einer Umfrage vom Handelsblatt wurden 2018 bei den drei großen Krankenkassen AOK, Techniker Krankenkasse und Barmer mehr als 18.400 Anträge auf Kostenerstattung gestellt. Knapp 12.500 wurden bewilligt, das sind 30% mehr positiv beschiedene Anträge als im Jahr 2017.

 

Abgabe von cannabishaltigen Arzneimitteln steigt

Aus den Zahlen des Apothekerverbands ABDA geht hervor, dass sich 2018 die Abgabe von cannabishaltigen Zubereitungen (inklusive unverarbeiteter Cannabis-Blüten) im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht hat. Bei den Cannabis-basierten Fertigarzneien ist ein Anstieg von einem Drittel zu verzeichnen.

Fortbildungen für Ärzte und Ärztinnen

Webinare von Medcram

Am 27. Juni findet eine zertifizierte Online CME-Fortbildung zu dem Thema "Cannabis und Cannabinoide in der Neurologie" statt.

Online-Kurs "Update Cannabis als Medizin"

Dieser CME-zertifizierte Onlinekurs ist jederzeit durchführbar.

Präsenzveranstaltungen des Cannabinoid Collegs

Das Cannabinoid Colleg bietet 2019 in verschiedenen Städten CME-zertifizierte Fortbildungen sowie ein Webinar an.

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